Der Räuber Hotzenplotz

Der Räuber Hotzenplotz

Der Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler ist einer der ganz großen Klassiker der Kinderbuchliteratur und kommt direkt in die Top-Fünf.

Ich kenne den Räuber Hotzenplotz aus meiner Kindheit von der Schallplatte. Diese ist herrlich mit rollendem R und sonorer Stimme gelesen vom Schauspieler und Hans Baur.

Aus Preußlers Feder stammen auch Klassiker wie Die kleine Hexe oder Der kleine Wassermann, die ich beide hier auch schon vorgestellt habe. Hotzenplotz stammt aus dem Jahr 1962. Viele Dinge wie Großmutters Kaffeemühle, ihr Zwicker oder der Schnupftabak von Hotzenplotz sind vielleicht aus der Zeit gefallen, die Geschichte selbst aber keinesfalls.

Die Freundschaft von Kasperl und Sepperl und die positiv-kindliche Lebenseinstellung der beiden und ihr Einfallsreichtum zeichnen ihre Abenteuer aus. Aus meiner Kindheit kann ich mich noch erinnern, wie mich die Geschichte um die Fee Amaryllis, den Zauberer Petrosilius Zwackelmann und Wachtmeister Alois Dimpfelmoser fasziniert haben. Als erwachsener Vorleser freut man sich jedesmal aufs Neue über die Namen und deren Charaktere.

Hotzenplotz ragt da natürlich heraus. Dieser grobschlächtige aber irgendwie auch liebenswerte Räuber. Er macht ja im Grunde nur seinen Job, wenn er Großmutters Kaffeemühle stiehlt oder die Portion Würstchen mit Sauerkraut verschlingt, die eigentlich für Kasperl und Seppel gedacht war. Räuber halt. Aber als es für Kasperl und Seppel gefährlich zu werden droht beim Zauberer Zwackelmann, da beschützt er die beiden.

Beim Lesen freue ich mich auch jedes Mal an Preußlers unterschwelligem Humor. Die Schilder an den drei aufeinanderfolgenden Türen in Zwackelmanns Verlies etwa: Eintritt streng verboten! Eintritt strengstens verboten!! Eintritt allerstrengstens verboten!!! Oder das den Räuber anlockende Schild auf der Kiste, die Kasperl und Seppel durch den Wald ziehen: Vorsicht Gold!! Und die Szene, in der Sepperl Zwackelmanns Aufträge ständig durcheinander bringt ist ebenfalls immer noch bei uns für einen Lacher gut.

In dem Sammelband, den ich gelesen habe, finden sich auch die beiden Fortsetzungen: Neues vom Räuber Hotzenplotz und Hotzenplotz 3. Beide sind ebenfalls durchaus (vor)lesenswert – unter anderem auch dank Witwe Schlotterbeck und ihrem Langhaardackel Wasti.

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