Josefine Pfiffikus

Josefine Pfiffikus

Da sage noch einer in Kartons mit der Aufschrift „Zu verschenken“ läge nur Müll. Denn in so einer Pappschachtel haben wir neulich „Josefine Pfiffikus“ von Ellen Kvist gefunden.

Die Handlung des Buches beginnt im Jahr 1899, also vor mehr als hundert Jahren. Erstmals erschienen ist das Buch unter dem Titel „Josefine Posekigger“ in Dänemark im Jahr 1961. Es ist so eingängig und lebendig geschrieben, dass man sich durchaus an den Stil von Astrid Lindgren (z.B. Die Kinder aus Bullerbü) erinnert fühlt oder an Erich Kästner (z.B. Emil und die Detektive).

Das Buch erzählt die Geschichte von Josefine Amalie Dalby, einem Mädchen, das mit seiner Familie auf einem Kaufmannshof in der Nähe von Århus in Dänemark lebt. Neben ihren Eltern leben dort noch ihre beiden älteren Brüder Harald und Thorkild, sowie Kalle, der jüngste der drei Brüder. Kalle ist Effis Lieblingsbruder. Er leidet unter „Schwindsucht“, dem damaligen Namen für die Lungenkrankheit Tuberkolose.

Außerdem leben auf dem Hof Bol-Marie, eine Kleinbäuerin, die den Dalbys im Haushalt hilft, der Mälzer Sören, Handlungsgehilfe Olsen, Hofhund Cäsar, die beiden Pferde Bruno und Nette und viele, viele Katzen. Sören betreibt die Mälzerei des Hofes. Er verarbeitet Gerste zu Malz, das Kaufmann Dalby dann an die Brauereien in der Gegend verkauft.

Josefine, die vollen allen nur Effi genannt wird, erlebt viele durchaus spannende Abenteuer. Die Zeit, in der die Handlung spielt wartet mit vielen Einblicken in die Vergangenheit auf. Das Automobil wurde erst vor Kurzem erfunden, Effis Mutter findet, dass ein anständiges Mädchen nicht Fahrrad fährt und Sören trägt Holzschuhe.

Doch der Charme der Geschichte geht weit über die historischen Details hinaus. Effi ist ein sehr einfühlsames und selbstbewusstes Mädchen. Sie interessiert sich für Vieles, liebt Tiere und weiß Freundschaften zu schätzen.

Künftig werden wir also doch wieder etwas genauer schauen, wenn wir in der Nachbarschaft an einer Pappschachtel mit der Aufschrift „Zu verschenken“ vorbeilaufen. Im Buch selbst wird am Ende noch „Florentine“ von James Krüss („Henriette Bimmelbahn„) empfohlen. Falls wir das nicht finden, kaufen wir es vielleicht sogar – zur Abwechslung.

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