Michel in der Suppenschüssel

Michel in der Suppenschüssel

Wer Pipi sagt, der muss eigentlich auch Michel sagen. Oder lesen. Denn wie Pipi Langstrumpf ist auch Michel aus Lönneberga ein absoluter Klassiker unter den Kinderbuchfiguren. Ersonnen von Astrid Lindgren und 1963 erstmals veröffentlicht zählen die Abenteuer von Michel zu den zeitlosen Kindergeschichten, die auch 60 Jahre später noch kleine und große Zuhörer in ihren Bann ziehen.

Wie man auf dem Bild links sieht, ist unsere Ausgabe schon etwas abgegriffen und durch einige Kinderhände gegangen. Die Geschichte von Michel aus Lönneberga kennen viele Eltern vielleicht eher durch die Verfilmung aus den 70er Jahren.

Im schwedischen Original heißt Michel übrigens Emil. Das hat man aber geändert, um Verwechslungen mit Emil aus Emil und die Detektive von Erich Kästner zu vermeiden (das Buch muss ich hier auch noch irgendwann besprechen).

Michel ist als Kinderbuch-Charakter nicht ganz so vorbildlich wie Pipi Langstrumpf. Die kleine Schwester Klein-Ida am Fahnenmast aufhängen zählt zum Beispiel sicher nicht zu den nachahmenswerten Streichen. Oder wenn er die Katze um den Hühnerstall jagt, um zu sehen, ob er genauso schnell rennen kann. Oder wenn er Klein-Ida in den großen Preiselbeerbottich taucht, damit sie am ganzen Körper rot wird wie die Indianer sind. Immer, wenn Michel bei einem seiner Streiche erwischt wird, dann endet das für ihn im Tischlerschuppen des Hofs. Dort schnitzt er dann aus Holzresten eine Figur von einem lustigen alten Mann. Davon gibt es bereits am Anfang des Buches fünfundvierzig. Und es werden mehr.

Viel Spaß machen Michels Abenteuer auf der Festwiese von Hultsfred. Dort darf Michel eigentlich nicht hin. Er geht aber trotzdem, denn er will dort ein „lustiges Leben führen.“ Vor allem aber will Michel wegen Knecht Alfred dort hin. Den mag er sehr und Alfred muss seiner Militärpflicht genügen und sich auf der Festwiese zum Soldaten ausbilden lassen. Michels Auftauchen auf der Festwiese und in der Parade der frisch rekrutierten Soldaten sorgt für viele Lacher und einiges an Verwirrung. Schlussendlich wird sogar ein unheimlicher Dieb namens Rabe dank Michel gefasst, als dieser gerade die Dame mit Bart (eine Figur, die Kinder sehr fasziniert) ausrauben will.

An Mut mangelt es Michel nicht. Zudem sind viele seiner Streiche gar keine böswilligen Streiche, sondern eher Unglücke, die ihm ohne böse Absicht passieren. Den Kopf steckt er nur in die Suppenschüssel, weil er den Rest der leckeren Rindfleischsuppe ausschlürfen wollte. Kurzum: Michel geht es nicht anders als jedem anderen Kind auch. Manchmal passieren eben solche Missgeschicke einfach so. Und dann werden sie einem von den Erwachsenen als mutwillige Streiche angekreidet. Da steckt auch heute noch viel Wahrheit drin.

Ein Gedanke zu “Michel in der Suppenschüssel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.