Rennschwein Rudi Rüssel

Rennschwein Rudi Rüssel

Uwe Timm ist eigentlich für ganz andere Bücher berühmt als für Kinderbücher. Mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet ist er mit Büchern berühmt geworden wie etwa „Morenga“, einem Buch über die deutschen Untaten zur Kolonialzeit, oder „Am Beispiel meines Bruders“, wo er am Beispiel seines 16 Jahre um im Krieg gefallenen älteren Bruders die NS-Vergangenheit in der Nachkriegszeit aufarbeitet. Dass Timms einfache, nicht selten mit einem Augenzwinkern versehene und oft humorvolle Sprache auch in einem Kinderbuch gut aufgehoben ist, das hat er mit „Rennschwein Rudi Rüssel“ unter Beweis gestellt.

Erschienen ist das Buch 1989. Besonders aber gefällt mir die Ausgabe mit Illustrationen von Axel Scheffler. Doch die optische Aufbereitung ist eigentlich gar nicht nicht das, was das Buch wirklich ausmacht.

Rennschwein Rudi Rüssel wurde 1995 verfilmt und Uwe Timm hat 1990 dafür den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten, sicher eine unter vielen Auszeichnungen in seinem Trophäenschrank.

Rennschwein Rudi Rüssel ist die aus dem Leben gegriffene Geschichte einer recht chaotischen Familie mit drei Kindern. Es erzählt der namentlich nicht genannte Sohn. Dessen kleine Schwester Zuppi gewinnt das süße kleine Ferkel auf einem Dorffest bei einer Tombola. Der Vater, ein arbeitsloser Ägyptologe, wird schnell überredet, das Rennschwein in die Familie aufzunehmen. Das sorgt dann natürlich für allerhand Herausforderungen. Anfangs im Ferkelformat wird Rudi schnell etwas unhantlich und zu groß für die Mietwohnung der Familie. Also muss eine Alternative her. Dabei geht natürlicheiniges schief und allerhand zu Bruch.

Wer das Buch mit seinen Kindern liest, der hat auch selbst viel zu lachen und zu schmunzeln. Ob es sich für Kinder zum selber Lesen eignet, das würde ich bezweifeln, dafür ist es dann vielleicht sprachlich doch etwas zu anspruchsvoll. Vor allem für jüngere Leser. Aber vielleicht ist es ja auch einen Versuch wert. Geht der schief, ist wie gesagt auch das Vorlesen und sogar das Selberlesen als Erwachsener durchaus eine gute Sache.

Mit Rennschwein Rudi Rüssel hat Uwe Timm jedenfalls einen Klassiker der Kinderbuchliteratur geschrieben, der in keinem Regal mit Kinderbüchern fehlen sollte.

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