Der kleine Vampir

Der kleine Vampir

Die Freundschaft von Anton Bohnsack und Rüdiger von Schlotterstein ist schon eine ganz besondere. Denn Rüdiger ist ein echter Vampir. Damit sind das 1979 von Angela Sommer-Bodenburg geschriebene Kinderbuch und seine weiteren Folgen eher nichts für kleinere Kinder oder solche mit allzu schwachen Nerven. Für alle anderen aber sind die Geschichten vom kleinen Vampir eine absolute Empfehlung.

Angela Sommer-Bodenburg hat insgesamt 16 Bände rund um die Abenteuer von Anton und Rüdiger geschrieben. Der letzte erschien 2015: Der kleine Vampir und die Frage aller Fragen. Zudem ist die Geschichte als Film, als Fernsehserie, als Comic und als Hörbuch veröffentlicht.

Besonders zu empfehlen sind die Hörbücher zur Serie. Denn diese sind von der großartigen Schauspielerin Katharina Thalbach gelesen. Thalbach gelingt es, allen Charaktern des Buches eine eigene Aura zu verpassen. Ihre frech-rotzige Stimme und ihr Berliner Dialekt sind eine wahre Freude beim Zuhören.

Die Handlung dreht sich um die Anton und Rüdiger und um ihre Familien. Anton selbst ist dabei so liebevoll nett und herzerwärmed beschrieben, dass man ihn unbedingt mal im echten Leben kennenlernen möchte. Wenn ihn seine Mutti zum Töpferkurs anmeldet, geht er natürlich hin. Aber da er nicht nur aufgrund seiner Bekanntschaft mit Rüdiger ein großer Vampirfan ist, töpfert er dann eben Vampirfiguren. Und wenn es um seine Freunde geht, ist er selten um eine Notlüge verlegen. Rüdiger wiederum ist ein Vampir, wie er im Buche steht. Anders als Anton hat er nicht immer nur Gutes im Sinn. Nicht immer hat es Anton leicht mit seinem Freund mit dem dunklen Umhang, den spitzen Zähnen und dem modrigen Geruch.

Auch Rüdigers Vampirfamilie ist mit Vorsicht zu genießen. Rüdigers kleine Schwester Anna ist für Anton vor allem wegen ihrer Schwärmerei für ihn eine „Gefahr“. Die anderen Vampire wie etwa Rüdigers großer Bruder Lumpi und vor allem Tante Dorothee von Schlotterstein-Seifenschwein sind dagegen eher von der blutrünstigsten Sorte und weniger leicht zu durchschauen. Allerdings muss sich Anton nie wirklich Sorgen um sein Blut machen. Auch er sich in den Geschichten da nicht immer so ganz sicher ist.

Gefährlicher ist da schon Friedhofswärter Hans-Heinrich Geiermeier. Der nämlich will alle Vampire von seinem Friedhof verjagen. Er weiß aber nicht, in welcher Gruft deren Särge stehen. Ebenso wie sein Gehilfe Wolf-Rüdiger Schnuppermau verzehrt Geiermeier Unmengen von Knoblauch und ist somit vor dem Vampiren geschützt.

Das schöne an dem Buch ist: die Vampire sind eher als etwas skurile Kinder beschrieben und nicht als gefährliche Blutsauger. Auch wenn klar ist, dass ihnen normale Nahrung nicht bekommt und dass sie sich daher von Blut ernähren müssen: ihr Speisezettel wird in den Büchern nie allzusehr thematisiert. Damit bleiben die Geschichten aus meiner Sicht trotz des gruseligen Themas immer kindgerecht. Trotzdem ereilt einen beim Lesen der eine oder andere kleine Schauder (erst recht, wenn Katharina Thalbach liest) und das .

Dass es Angela Sommer-Bodenburg gelungen ist, diese Gradwanderung zu meistern, das ist sicher eines der Geheimnisse des Erfolgs der Serie. Ein echter Klassiker im Kinderbuchschrank.

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