Miss Schüchtern

Die Bücher der Serie „Little Miss“ und „Little Men“ sind eigentlich alle eine Empfehlung. Ich hab mir aus dem Stapel jetzt mal Miss Schüchtern geschnappt. Insgesamt hat der 1988 verstorbene britische Kinderbuchautor und Illustrator Roger Hargreaves 80 Figuren erschaffen, die sich alle durch ihre ebenso einfache wie geniale Optik auszeichnen. Viele der Figuren personifizieren ein Gefühl, das einen als Kind beschäftigt. Der Münchner Susanna Rieder Verlag hat die Serie dankenswerter Weise wiederaufleben lassen.

Nun also zu Little Miss Schüchtern. Wenn man Little Miss Schüchtern mit seinen Kindern liest, dann formuliert sich dieses Gefühl, das sicher jedes Kind gut kennt. Die herrlichen bunten Illustrationen von Roger Hargreaves machen das Ganze noch einprägsamer. Sie sind klar von den 60ern geprägt – allein die Tapeten!

Miss Schüchtern ist so schüchtern, dass sie den Rest des Tages unter dem Küchentisch verbringt, wenn der Briefträger bei ihr klopft. Das Unheil nimmt da schon seinen Lauf, denn Miss Schüchtern hat eine Einladung bekommen. Zur Geburtstagsparty von Mister Lustig.

Natürlich geht Miss Schüchtern am Ende zur Party und natürlich fühlt sie sich am Anfang nicht sonderlich wohl in ihrer Haut. Aber irgendwann beginnt ihr die Party dann doch zu gefallen. Als sie dann Mister Schweigsam trifft, der seine Schweigsamkeit auch ein wenig zu überwunden haben scheint, traut sie sich sogar, ihn zu sich zum Tee einzuladen. Wenn Miss Schüchtern – die ja offenbar viel schüchterner ist als jedes Kind – das schafft, dann denkt sich hoffentlich jeder schüchterne Zuhörer und jede schüchterne Zuhörerin: dann kann ich das auch.

In den Geschichten von Miss Schüchtern, Mister Lustig, Mister Schweigsam, Miss Prinzessin, Mister Aua und Co. werden die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer oft direkt angesprochen. Das macht natürlich besonders viel Spaß.

Was auch Spaß macht: In den Büchern stecken viele verrückten Ideen, über die sich trefflich zusammen schmunzeln lässt. Im Unsinnsland etwa – wo Mister Quatschkopf lebt – sind die Bäume rosa und das Gras ist blau. Die Vögel fliegen rückwärts und die Hunde tragen Hut. Das führt vor allem bei kleineren Kindern zu einem herrlichen Kopfschütteln, genauso wie die vielen verrückten Unglücke, die Mister Aua passieren: der Name ist Programm. Es gibt so viele lustige Beispiele zu berichten, dass man alleine über die Serie einen ganzen Blog füllen könnte.

Mache ich vielleicht auch noch. Fortsetzung folgt bestimmt…

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